Turins Barockkrone auf dem Hügel
Auf einem rund 670 Meter hohen Hügel östlich des Po thront die Basilica di Superga, von weiten Teilen der Stadt aus sichtbar. Erbaut wurde sie von Filippo Juvarra zwischen 1717 und 1731, nachdem Herzog Vittorio Amedeo II. den Bau als Dank für den Sieg über die französischen Belagerer Turins (1706) gelobt hatte. Die 75 Meter hohe Kuppel, flankiert von zwei Glockentürmen, und die klassizistisch anmutende Säulenvorhalle machen sie zu einem der Hauptwerke des piemontesischen Barocks. Betreut wird die Basilika heute von der Ordensgemeinschaft Fraternità della Speranza; Kirche und Cappella del Voto sind frei zugänglich.
Die Königsgruft der Savoyer
Unter der Basilika liegt die Cripta Reale, die Grablege des Hauses Savoyen. Hier ruhen die Könige von Sardinien – von Vittorio Amedeo II. (1732), dem ersten König des Hauses, über Carlo Emanuele III., Vittorio Amedeo III. und Vittorio Emanuele I. (1824) bis zu Carlo Alberto (1849), dessen großer Sarkophag im Zentrum steht. Die späteren Könige Italiens dagegen liegen im Pantheon in Rom. Die Gruft ist nur in begleiteten Führungen zugänglich (6 €, ermäßigt 5 €), die Führung erfolgt auf Italienisch, andere Sprachen gegen Aufpreis. Separat buchbar ist das Königsappartement (6 €, ermäßigt 5 €), das auf zwei Besuche pro Tag begrenzt ist.
Aussicht und Kuppelaufstieg
Für viele ist das Panorama der eigentliche Grund für den Ausflug: Bei klarem Wetter reicht der Blick über ganz Turin bis zum gesamten Alpenbogen mit Monviso und Gran Paradiso. Wer höher hinaus will, nimmt den Kuppelaufstieg (4 €, ermäßigt 3 €) auf den Balkon der 75-Meter-Kuppel. Er wird bei schlechtem Wetter oder starkem Wind gesperrt, und Kinder unter 6 Jahren dürfen aus Sicherheitsgründen nicht auf den Balkon. Am lohnendsten ist der Ausflug an klaren Tagen – an diesigen Tagen verschwindet die Bergsicht, und vom Hügel bleibt vor allem der Bau selbst.
Gedenkort Grande Torino
An der Rückseite der Basilika erinnert eine Gedenkstätte an die Tragödie von Superga: Am 4. Mai 1949 zerschellte hier im Nebel das Flugzeug mit der gesamten Fußballmannschaft des FC Turin, dem legendären Grande Torino. Eine Gedenktafel mit den Namen der 31 Opfer steht an der Aufprallstelle, die Einschlagspuren am Mauerwerk wurden bewusst sichtbar belassen. Bis heute ist der Ort ein Wallfahrtsziel für Fans; jährlich am 4. Mai findet eine Gedenkmesse statt, bei der symbolisch um 17:03 Uhr die Namen der Opfer verlesen werden.
Anreise und Praktisches
Am stimmungsvollsten ist die Auffahrt mit der historischen Zahnradbahn Sassi–Superga, die ab der Station Sassi die 3.100 Meter lange Strecke von 225 auf rund 650 Meter Höhe hinaufklettert – 2026 wieder mit den restaurierten Originalwagen. Im Sommerfahrplan ab 3. April 2026 fährt sie Mo, Di, Do und Fr stündlich von 10 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr; mittwochs ist Ruhetag. Werktags kostet die Fahrt 4 € einfach beziehungsweise 6 € hin und zurück, samstags und feiertags 6 € bzw. 9 €; mit der Torino+Piemonte Card gilt der ermäßigte Tarif. Alternativ führen Busse und eine kurvige Straße zur Adresse Strada Comunale alla Basilica di Superga 73 hinauf.
Öffnungszeiten gelten ab dem 1. März 2026 einheitlich für Basilika, Gruft, Appartement und Kuppel: Mo–Fr 10:00–13:30 und 14:30–18:00 Uhr, Sa, So und Feiertage durchgehend 10:00–19:00 Uhr. Für An- und Abreise samt Besichtigung sollte man einen halben Tag einplanen. Wer das Hügelziel mit Turins Barock im Zentrum verbinden will, kombiniert den Ausflug gut mit der Reggia di Venaria oder dem Palazzo Reale als weitere Savoyer-Residenzen.