Turins ältester Stadtpark
Der Parco del Valentino erstreckt sich über 42,1 Hektar am linken Po-Ufer südlich des Zentrums und ist der älteste und bekannteste öffentliche Park Turins – flächenmäßig nach dem Parco della Pellerina der zweitgrößte der Stadt. Angelegt im 19. Jahrhundert im Stil englischer Landschaftsgärten, ist er heute der Ort, an dem die Turiner spazieren, joggen und am Fluss sitzen. Der Park ist ganzjährig rund um die Uhr frei zugänglich und nachts beleuchtet, gesäumt von alten Bäumen, Brunnen und Blumenbeeten mit ständigem Blick auf den Po und die Hügel dahinter.
Borgo Medievale und Rocca
Eine Besonderheit ist das Borgo Medievale, ein 1884 für die Esposizione Generale Italiana errichteter, originalgetreuer Nachbau eines piemontesischen Dorfs des 15. Jahrhunderts – mit Gassen, Handwerkerhäusern und der begehbaren Burg (Rocca). Der Spaziergang durch die Gassen ist normalerweise kostenlos, die Rocca war nur per geführter Tour von rund 45 Minuten zugänglich (6 €, ermäßigt 4 €).
Wichtig für den Besuch im Jahr 2026: Borgo Medievale und Rocca sind derzeit geschlossen. Beide werden im Rahmen des PNRR-Projekts „Torino, il suo parco e il suo fiume” mit rund 6 Millionen Euro umfassend restauriert. Eine Wiedereröffnung ist für 2026 angekündigt, ein verbindliches Datum nennen die Betreiber bislang nicht – ebenso wenig die Preise nach der Wiedereröffnung. Wer das Borgo sehen will, kann es zurzeit nur von außen im Vorbeigehen erleben.
Castello del Valentino und Botanischer Garten
Am Po-Ufer im Park liegt das Castello del Valentino, eine ehemalige Savoyer-Residenz und als Teil der Savoyer Residenzen UNESCO-Welterbe. Heute beherbergt das Schloss die Architekturfakultät des Politecnico di Torino; eine Besichtigung des Inneren ist nur über gebuchte Führungen möglich, von außen prägt der französisch anmutende Bau mit seinen Schieferdächern das Flussufer.
Direkt benachbart liegt der Orto Botanico, der historische Botanische Garten der Universität Turin. Er ist nur saisonal geöffnet (Ende März bis Mitte November, an Wochenenden und Feiertagen) und kostet separaten Eintritt (7 €, ermäßigt 5 €, frei mit Abbonamento Musei). Die Hauptbereiche sind während der regulären Zeiten frei zugänglich; die Sukkulenten- und technischen Gewächshäuser nur per Führung, das Tropengewächshaus derzeit nicht. Wer ohnehin im Park ist und die passende Wochenend-Saison erwischt, findet hier einen ruhigen Kontrast zum belebten Park.
Was dich im Park erwartet
- Giardino Roccioso (Steingarten) und der Roseto, ein 1965 angelegter Rosengarten
- Lange Spazier- und Joggingwege direkt am Po, nachts beleuchtet
- Ausstattung der Stadt Turin: fünf Toilettenanlagen, Trinkbrunnen, ein Spielplatz am Viale Ceppi, zwei Hundeauslaufbereiche und einige Erfrischungs- und Gastronomiepunkte
- Ausgewiesene Picknickflächen gibt es dagegen nicht
Der Park ist nur teilweise barrierefrei: Neben asphaltierten Wegen gibt es unbefestigte Pfade und einige Treppen. Rocca und Botanischer Garten sind für Menschen mit Bewegungseinschränkungen ohnehin schwer zugänglich. Fahrräder sind im gesamten Park erlaubt, Fahrradständer vorhanden.
Besuch und Praktisches
Für einen Bummel durch den Park reichen je nach Tempo 1,5 bis 3 Stunden. Am schönsten ist er im Frühling und Sommer; werktags vormittags ist es deutlich ruhiger als an den stark belebten Wochenenden. Der Botanische Garten lohnt sich von der Saisoneröffnung Ende März bis in den Frühsommer.
Der Park liegt am linken Po-Ufer, rund einen Kilometer südlich des Bahnhofs Porta Nuova, und ist von dort sowie vom Studentenviertel San Salvario bequem zu Fuß erreichbar. Ein Spaziergang am Po entlang bei Sonnenuntergang gehört zu den ruhigsten Momenten in Turin. Gut kombinieren lässt sich der Park mit einem Aperitivo in San Salvario oder einem Besuch der nahen Savoyer-Bauten rund um den Palazzo Reale.