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Kirchen & Dom

Santuario della Consolata (Marienheiligtum Turins)

Barockes Marienheiligtum von Guarini und Juvarra im Quadrilatero Romano – verehrtes Gnadenbild der Consolata, ovales Presbyterium, freier Eintritt.

Santuario della Consolata (Marienheiligtum Turins)
Inhalt

Turins Marienheiligtum

Das Santuario della Consolata ist die wichtigste Marienkirche Turins und ein Wallfahrtsort, der bis heute lebendig genutzt wird. Verehrt wird hier die Madonna della Consolata, die Stadtpatronin – das Gnadenbild gibt der Kirche ihren Namen und macht sie zum spirituellen Zentrum des katholischen Turin. Anders als beim Turiner Dom mit dem Grabtuch kommen die meisten Besucher hierher nicht wegen einer Reliquie, sondern wegen des Raums selbst: ein barockes Gesamtkunstwerk, das über Jahrhunderte gewachsen ist.

Die Kirche liegt im Quadrilatero Romano, dem ältesten Stadtviertel Turins mit seinem römischen Straßenraster, und ist von dort in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Der freistehende romanische Glockenturm stammt noch aus der mittelalterlichen Vorgängerkirche Sant’Andrea und ist das älteste sichtbare Bauteil des Ensembles.

Guarini, Juvarra und ein gewachsener Bau

Die Consolata ist ein Lehrbuch des Turiner Barocks, weil hier zwei der größten Baumeister der Stadt nacheinander gearbeitet haben.

  • Guarino Guarini begann 1678 den barocken Umbau und legte den ungewöhnlichen Grundriss an.
  • Filippo Juvarra ergänzte ab 1729 das ovale Presbyterium und den prunkvollen Hochaltar – derselbe Architekt, der für die Savoyer auch Superga und Venaria Reale schuf.
  • Die neoklassizistische Fassade kam erst 1860 von Pietro Anselmetti hinzu.
  • Zwischen 1899 und 1904 ergänzte Carlo Ceppi die Radialkapellen und große Teile der heutigen Innendekoration.

Das Ergebnis ist kein einheitlicher Stilbau, sondern ein über mehr als zwei Jahrhunderte verdichteter Raum – und genau das macht den Reiz aus.

Was dich erwartet

  • Das verehrte Gnadenbild der Madonna della Consolata über dem Hochaltar, Ziel der Wallfahrt
  • Juvarras Hochaltar und das ovale Presbyterium als barocke Höhepunkte
  • Marmorengel von Carlo Antonio Tantardini, einer der feinsten Bildhauerarbeiten im Innenraum
  • Der romanische Glockenturm der Vorgängerkirche, draußen sichtbar
  • Vor der Kirche eine korinthische Votivsäule, errichtet als Dank für die Errettung Turins von einer Cholera-Epidemie

Wer schon im benachbarten Quadrilatero unterwegs ist, sollte den kurzen Abstecher mitnehmen; als eigenes Ziel über die halbe Stadt anzureisen lohnt sich eher für an Barock und Marienfrömmigkeit Interessierte.

Besuch und Praktisches

Der Eintritt ist frei, Tickets sind nicht nötig. Geöffnet ist das Heiligtum werktags 6:30–19:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 6:30–20:00 Uhr. Da es sich um eine aktive Wallfahrtskirche handelt, finden über den Tag verteilt zahlreiche Messen statt – während der Gottesdienste ist die touristische Besichtigung nur eingeschränkt möglich. Am ruhigsten ist es werktags am Vormittag außerhalb der Messzeiten. Für den Besuch reichen 30 bis 45 Minuten.

Wie in jeder Kirche gilt angemessene Kleidung. Die offizielle Website laconsolata.org bietet einen mehrsprachigen geführten Rundgang mit zehn Stationen, der sich gut zur Vorbereitung eignet. Am Fest der Consolata (20. Juni) wird die Stadtpatronin mit großen Pilgerströmen gefeiert – stimmungsvoll, aber alles andere als ruhig.

Die Consolata lässt sich ideal mit einem Rundgang durch das Quadrilatero Romano verbinden und liegt fußläufig zu Dom, Porta Palatina und der Piazza Castello mit dem Palazzo Reale. Mehr zu Turins sakralen Bauten im Überblick Kirchen.

Häufige Fragen

Kostet der Besuch der Consolata Eintritt?+

Nein. Das Santuario della Consolata ist eine aktive Wallfahrtskirche mit offener Tür, der Eintritt ist frei und es werden keine Tickets benötigt. Während der Messen ist die touristische Besichtigung allerdings nur eingeschränkt möglich.

Wer hat die Kirche gebaut?+

Der barocke Umbau begann 1678 unter Guarino Guarini. Filippo Juvarra ergänzte ab 1729 das ovale Presbyterium und den prunkvollen Hochaltar. Die neoklassizistische Fassade von Pietro Anselmetti kam 1860 hinzu, die Radialkapellen und große Teile der Innendekoration schuf Carlo Ceppi zwischen 1899 und 1904.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?+

Am ruhigsten ist es werktags am Vormittag außerhalb der Messzeiten. Wer dem Trubel ausweichen will, meidet das Fest der Consolata am 20. Juni, an dem große Pilgerströme zur Stadtpatronin kommen.

Gibt es eine Führung?+

Die offizielle Website laconsolata.org bietet einen mehrsprachigen geführten Rundgang mit zehn Stationen durch das Heiligtum. Ein kostenpflichtiger Audioguide vor Ort ist offiziell nicht belegt.